Gemüseanbau in luftigen Höhen

Sind vertikale Farmen die Zukunft der Landwirtschaft?

Die Bevölkerung auf der Erde wächst, genauso wie die Städte. Immer mehr Menschen zieht es aus ihrer ländlichen Umgebung an neue Orte. Neben den ungleich verteilten Ressourcen und dem Hungerleiden in großen Teilen der Welt, muss überlegt werden, wie die Ernährung in Zukunft gewährleistet werden kann. Wie können wir trotz des fehlenden Platzes die wachsende Anzahl an Menschen mit Nahrung versorgen? Eine Idee welches vielleicht die Lösung birgt, ist das der vertikalen Farmen.

Anstatt, wie bei der konventionellen Landwirtschaft große Landflächen zu bewirtschaften, wird versucht, möglichst viel Ertrag auf kleinstem Raum zu gewinnen. Dabei kann Gemüse in Hochhäusern über mehrere Ebenen hochgezogen und unabhängig von den klimatischen Verhältnissen oder der Jahreszeit geerntet werden. Eine Nährlösung löst die Erde als Nährstofflieferant ab und garantiert die Versorgung mit den lebensnotwendigen Stoffen der Pflanze. Wasser bleibt zudem durch einen geschlossenen Kreislauf ständig verfügbar.

Parallel ist der Kampf mit Schädlingen gering, da ein neuer Lebensraum erschaffen wird, in der die Pflanzen getrennt von anderen Organismen stehen. Die Bewirtschaftung soll komplett automatisiert erfolgen. Künstliche Lichtquellen dienen als Sonnenersatz und können längere Belichtungszeiten erzeugen. Somit entsteht ein Wachstumsort, welcher durch die Nährlösung, Wasser und Licht die Versorgung garantiert, Schutz vor Schädlingen sowie Krankheiten bietet und sich auch gleichzeitig unabhängig vom Klima befindet. In Japan und England werden nach diesem Vorbild schon die ersten Gemüsearten hochgezogen.

Laut statistischem Bundesamt lag die Anbaufläche für Gemüse 2016 deutschlandweit bei 120.930 ha, bei einem Ertrag von 3.516.305 Tonnen deutschlandweit. Wurzel- und Knollengemüse machten davon insgesamt 1.527.979 Tonnen aus.

Vertikale Farmen können diese Produktion niemals alleine erreichen und bieten zudem nicht den Platz, um beispielsweise Getreide anzubauen. Sie könnten jedoch die Städte umweltschonender versorgen, da die Transportwege der Nahrungsmittel kürzer wären. Generell würden weniger Treibhausgase produziert werden, bis die Lebensmittel beim Konsumenten wären. Ich stelle mir jedoch noch die Frage, ob alle Gebäude den Ansprüchen solcher Farmen gerecht werden oder Neubauten realisiert werden müssen. Dadurch könnte zum Beispiel wichtiger Wohnraum verloren gehen, bei einem vielleicht zu minimalen Nutzen.

Auch die Qualität dieser Nahrung muss meiner Meinung nach beurteilt werden. Da alles im Leben einem gewissen Zyklus folgt, können Eingriffe das Gleichgewicht von vielen wichtigen Faktoren und jahrelanger Anpassung stören. Zum Beispiel kann die Stabilität der Pflanze darunter leiden. Jedoch hat die Natur schon oft ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Somit kann nur die Zeit und die Weiterentwicklung des Konzepts zeigen, ob dies die Zukunft der Landwirtschaft darstellt.

Pro:

umweltschonendere Produktion der Lebensmittel

– weniger CO2-Belastung

– jahrelange Ernte

– Unabhängigkeit gegenüber Klima

Contra:

– Qualität der Produkte noch unerforscht

(- möglicher Verlust von Wohnraum)

(- Eingriff in Wachstumzyklus)

Weiterführende Links:

http://www.pflanzenforschung.de/de/themen/lexikon/vertical-farming-10036

http://www.wiwo.de/technologie/green/vertical-farming-us-stadt-baut-supereffiziente-gemuesefarm/13551664.html

https://www.wired.de/collection/design/die-skyfarm-ueberfuehrt-horizontale-ackerflaechen-vertikale-tuerme

http://www.spektrum.de/news/der-traum-von-den-stadttomaten/1030383

http://www.zukunftsessen.de/kultur-lifestyle/vertical-farming-die-landwirtschaft-in-die-stadt-gebracht/

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