Reors Geschichte

Legenden, Sagen und Geschichten aus dem Norden

Reor ist der beste Schütze seiner Gegend und zugleich ein großer Naturfreund. Nichts kann ihn von der Wildnis trennen, deren Sprache er lieber vernimmt, als die der Menschen.
Eines Tages begibt er sich in den Wald um Jagen zu gehen. Im tiefsten Dickicht erlegt er einen alten Bär mit einem einzigen Pfeil. Das Fell nimmt Reor mit sich und geht weiter. Wenig später entdeckt sein Blick Blüten, die so wunderschön nach Honig riechen, dass seine Füße anhalten. Voller Bewunderung verweilt er einen Moment und beobachtet den Lauf der Natur. Sofort wird die Schönheit erkennbar, welche dieser Welt innewohnt. Die Blüten warten nur noch darauf bestäubt zu werden. Es sind aber keine Insekten in Sicht…

Plötzlich fliegt ein Schmetterling durch die Lüfte. Verwirrt flattert dieser umher, ohne von den lecker duftenden Blüten Kenntnis zu nehmen. Doch allein ist er nicht. Wenig später zeigt sich der Anführer, welcher eine ganze Gruppe von Schmetterlingen an ihr nach Honig duftendes Ziel bringt. Auf einmal beobachtet ihn eine Schlange. Ohne auch nur den Versuch zu starten, sie zu erlegen, lässt er sie ihre Wege gehen. Somit trennt auch Reor sich wieder und geht weiter.

Kurze Zeit später verändert sich der Wald. Grünes, weiches Gras tritt an Stelle des harten Waldbodens und eine Lichtung tut sich auf. Vor seinen Augen sieht er wunderschöne Pflanzen in die Höhe sprießen, während sie sich im Licht der Sonne baden. Auch der tapfere Jäger begibt sich dorthin und genießt ihren Anblick. Da entdeckt er die Schlange, welche ihm vorher begegnet war. Diese sitzt nun auf einem Felsen, hinter dem ein wunderschönes Mädchen liegt. Sie ist nur mit ein paar Leinen bedeckt, während sie tief und fest schläft. Begeistert von ihrer schönen Natur, möchte er sie zu seiner Frau machen und beschließt, sie mitzunehmen. Seine Hände greifen das gewonnene Bärenfell auf seinem Rücken und legen es über sie. Plötzlich ertönt hinter den Felsen ein Lachen. Es ist so laut, als ob es Jahre auf diesen Moment gewartet hat…

Unbeirrt hebt er jedoch das Mädchen hoch. Langsam und sicher gelangt sie in seine Arme. Auf dem Weg zu seiner Hütte öffnen sich ihre Augen und sie erwacht. Die Sonne strahlt währenddessen auf die Beiden herab. Um sein Gesicht zu erkennen, nimmt sie seinen Hut vom Kopf. Er lässt es geschehen und die Beiden schauen sich an. Für den Rest des Weges hält sie seine Kopfbedeckung, so dass sein Gesicht erkennbar bleibt, er jedoch nicht von der Sonne geblendet wird. Am Ende kommen sie Zuhause an und die weiße Schlange, welche Glück bringt, schlüpft unter seiner Tür hindurch.

Message: Die Geschichte zeigt, dass das Leben nach eigenen Regeln und Gesetzen spielt. Es liegt an jedem selbst, ob er seine Gelegenheiten ernst nimmt oder sie im ewigen Schlafe schlummern lässt. Wie der Jäger muss man sich alleine auf den Weg machen und seinen Instinkten folgen. Das Einzige worauf es ankommt, ist der Mut sich zu nehmen, was einem zusteht. Mit dem nötigen Respekt und der Ehrerbietung werden uns die Wünsche gegeben, welche tief in uns liegen.

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